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20 Jahre Mammographie-Screening

Das hoch motivierte Team des Mammographie-Screenings in Ahaus unter der Leitung von Geschäftsführer Christophe Schanz.
Das hoch motivierte Team des Mammographie-Screenings in Ahaus unter der Leitung von Geschäftsführer Christophe Schanz.

Was heute für viele Frauen selbstverständlich ist, war vor 20 Jahren ein wichtiger Schritt in der medizinischen Vorsorge: das organisierte Mammographie-Screening. Seit zwei Jahrzehnten haben Frauen im Kreis Borken die Möglichkeit, im Rahmen eines qualitätsgesicherten Programms regelmäßig an der Brustkrebsfrüherkennung teilzunehmen – ein Angebot der Radiologie Westmünsterland in Verantwortung von Iryna van der Most und Christophe Schanz, das viele Leben rettet.

Europäische Qualitätsstandards

Die Geschichte der Mammographie reicht deutlich weiter zurück. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung der Röntgenuntersuchung der Brust. Mit dem technischen Fortschritt und wachsender wissenschaftlicher Evidenz wurde schnell klar: Brustkrebs, und dessen Vorstufen, lässt sich durch eine Mammographie häufig in einem frühen Stadium erkennen, oft noch bevor Symptome auftreten. Diese Erkenntnisse führten Anfang der 2000er-Jahre zur Einführung organisierter Screening-Programme nach europäischen Qualitätsstandards.

Strukturiertes Mammographie-Screening

Vor 20 Jahren wurde dieses strukturierte Mammographie-Screening auch im Kreis Borken etabliert, angegliedert an die Radiologie Westmünsterland mit Standorten in Ahaus und Bocholt, einem Medizinischen Versorgungszentrum. Los ging es im Jahr 2006 im St. Agnes-Hospital Bocholt. Seither haben tausende von Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren im zweijährigen Rhythmus die Einladung zur Untersuchung angenommen. Das Ziel ist es, Brustkrebs frühzeitig zu entdecken und dadurch die Heilungs- und Überlebenschancen deutlich zu erhöhen. Zusätzlich steuert ebenfalls seit 2006 das „Mammobil“ wechselnde Standorte an – ein mobiles Angebot in einem Trailer, der dieselben Anforderungen wie eine stationäre Mammographie-Einheit erfüllt. Seit 2023 können sich Frauen auch im St. Marien-Krankenhaus in Ahaus untersuchen lassen – dieser Standort kam hinzu, um die Versorgung der Teilnehmerinnen noch weiter zu verbessern und zu erweitern. Zwischen dem Kreis Borken und dem Kreis Steinfurt besteht zudem eine Kooperation mit den programmverantwortlichen Ärzten Dr. Ramy Zoubi und Dr. Tarek Zoubi aus Steinfurt, wodurch eine enge regionale Zusammenarbeit im Sinne der Frauengesundheit sichergestellt wird.

Seit 2024 erweiterter Personenkreis

Bis Ende Juni 2024 wurden Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren zum Mammographie-Screening eingeladen. Aufgrund der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) werden seit dem 1. Juli 2024 im Rahmen des Screenings auch Frauen bis 75 Jahren eingeladen, bald auch Frauen ab 45 Jahren. „Das Mammographie-Screening ist ein zentraler Baustein der modernen Brustkrebsfrüherkennung“, sagt Iryna van der Most. „Durch klare Qualitätsvorgaben, moderne Technik und die unabhängige Doppelbefundung können wir sehr verlässliche Ergebnisse erzielen. Viele Veränderungen werden heute erkannt, lange bevor sie tastbar sind“, weiß die seit 2012 Programmverantwortliche Ärztin (PVÄ) im Mammographie-Screening im Kreis Borken.

Überdurchschnittliche Teilnahmequote

Auch Christophe Schanz blickt auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück: „20 Jahre Mammographie-Screening bedeuten vor allem eines: Vertrauen. Vertrauen der Frauen in das Verfahren und in die beteilig-ten medizinischen Teams. Die kontinuierlich sehr hohe und deutschlandweit weit überdurchschnittliche Teilnahmequote von 68% zeigt, wie wichtig wohnortnahe und gut organisierte Vorsorgeangebote sind.“ Christophe Schanz ist Facharzt für Radiologie und Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums Radiologie Westmünsterland. Seit 2025 unterstützt er die ärztliche Leiterin Iryna van der Most im Screening als zusätzlicher Programmverantwortlicher Arzt.

Erfolgreiches Mammographie-Screening funktioniert nur mit starkem Team

Ein solch erfolgreiches Mammographie-Screening über einen so langen Zeitraum anbieten zu können, ist selbstverständlich auch dem starken, hochmotivierten Team der Screenings zu verdanken. Für das Screening zeichnet Elke Upgang als Leitung verantwortlich: Sie koordiniert die Abläufe und Ausbildungen. Ebenso verantwortet sie die operative Organisation innerhalb des Screening-Bereichs, wie zum Beispiel die Standortwechsel des Mammobils. „Ich möchte allen Kolleginnen und Kollegen danken, die mit viel Freude an ihrer Arbeit und teilweise langjährigem Engagement einen wichtigen Beitrag zu der Gesundheit und dem Wohlbefinden unserer Teilnehmerinnen beitragen“, betont Nadine Rademacher, organisatorische MVZ-Leiterin standortübergreifend für das gesamte MVZ, inklusive des Mammographie-Screenings. Die MVZ-Leiterin selbst ist auch bereits seit 2006 im MVZ tätig und seit 2014 im Mammographie-Screening engagiert.

Mammographie-Screening kontinuierlich weiterzuentwickeln

Die zwei Jahrzehnte Erfahrung im Mammographie-Screening sind nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern auch zum Ausblick: Ziel bleibt es, das Mammographie-Screening kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Frauen in der Region auch künftig eine sichere, qualitativ hochwertige und gut erreichbare Brustkrebsfrüherkennung zu bieten.

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