
Wie können Unternehmen Nachhaltigkeit nicht nur als Verpflichtung, sondern als strategische Chance für Innovation und Zukunftsfähigkeit nutzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Unternehmerfrühstücks der WFG für den Kreis Borken und der IHK Nord Westfalen auf dem Maakwi Campus in Heek. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit – Chancen erkennen, Zukunft gestalten“ kamen rund 60 Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen, um Impulse für nachhaltiges Wirtschaften und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle zu erhalten und sich dazu auszutauschen.
Begrüßung durch den Landrat und die IHK
Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßten Landrat Dr. Kai Zwicker sowie Ulrich Grunewald, stellvertretender Vorsitzender des Regionalausschusses der IHK Nord Westfalen, die Gäste und betonten die Bedeutung nachhaltiger Transformation für die regionale Wirtschaft.
Vorstellung des Netzwerkes „maakwi connect“
Im Anschluss stellten Bastian Papen und Markus Niewerth vom Maakwi Campus den Innovationsstandort sowie das Netzwerk maakwi connect vor. Der Campus versteht sich als Plattform für nachhaltige Innovationen und bietet insbesondere Start-ups aus dem Umweltbereich ideale Rahmenbedingungen zur Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsideen. Maakwi connect bietet ein wachsendes Innovationsnetzwerk, das gezielt den Austausch zwischen Start-ups, Mittelstand und Wissenschaft fördert – und das weit über die Region hinaus.
Perspektiven auf nachhaltiges Wirtschaften
Den fachlichen Höhepunkt bildete die Keynote „Von der Zukunft lernen“ von Prof. Jörg Probst. Mit einem inspirierenden und zugleich mutmachenden Vortrag eröffnete er neue Perspektiven auf nachhaltiges Wirtschaften und unternehmerische Transformation. Nachhaltigkeit, so Probst, gehe weit über technologische Lösungen hinaus – entscheidend sei ein grundlegender Wandel im Denken, Wahrnehmen und Handeln.
Konsequent aus der Zukunft heraus zu denken
Im Zentrum seines Vortrags stand die Frage, wie Unternehmen lernen können, konsequent aus der Zukunft heraus zu denken. „Lernen ist keine Vorbereitung auf das Leben – Lernen ist das Leben selbst“, zitierte er John Dewey. Die Vergangenheit sei dabei nicht Ursache, sondern Bedingung zukünftiger Entwicklung.
Aufmerksamkeit als zentrale Ressource der Zukunft
Besonders betonte Probst die Bedeutung von Aufmerksamkeit als zentraler Ressource der Zukunft. In unserer Welt drohten Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Vorstellungskraft verloren zu gehen. Diese Entwicklung bezeichnete er als „Deskilling“ – den schleichenden Verlust zentraler Fähigkeiten für Innovation und Problemlösung.
Imagination, Intuition und Inspiration
Für die Bewältigung der Zukunft sind Kompetenzen wie Imagination, Intuition und Inspiration entscheidend. Diese Fähigkeiten müssten gezielt entwickelt und gestärkt werden, um neue Lösungsräume zu erschließen. Anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte und weiteren „Out of the Box“-Perspektiven verdeutlichte Probst, wie kreative Denkansätze helfen können, gewohnte Muster zu durchbrechen und neue Sichtweisen zu gewinnen. Sein Beitrag hatte damit zugleich einen deutlich mutmachenden Charakter: Zukunft sei gestaltbar, wenn der Mut zum Denken außerhalb etablierter Strukturen vorhanden sei. „Wir suchen fertige Konstellationen – fertige Regelwerke auch in Unternehmen, wenig Situationsangemessenheit. Wir brauchen jedoch kein Regelwerk, sondern Lösungen“, so Prof. Probst.
Neue Lernräume schaffen
Nachhaltigkeit bedeute daher auch, neue Lernräume zu schaffen, in denen Unsicherheit zugelassen und kreative Lösungen entwickelt werden können. Transformation entstehe dort, wo Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und sich nach dem Erhalt der Impulse auch aktiv darüber auszutauschen und gemeinsam weiterzudenken.
Kostenfreies Beratungsangebot GO!Green
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte Ingo Trawinski, Prokurist der WFG für den Kreis Borken, das kostenfreie Beratungsangebot GO!Green vor. Das Programm unterstützt Unternehmen durch Impulsberatungen praxisnah beim Einstieg in nachhaltiges Wirtschaften – von der Erstellung einer betrieblichen Klimabilanz über die Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzeptes bis hin zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Unternehmen sind offen für Impulse
„Mit dem geförderten LEADER-Projekt GO!Green bieten wir Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit, um kostenfrei in das Thema Nachhaltigkeit einzusteigen“, so Ingo Trawinski. „Die Veranstaltung hat insbesondere gezeigt, wie offen unsere Unternehmen für neue Impulse sind, die helfen das Thema Nachhaltigkeit neu und weiterzudenken mit dem Ziel, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern“, so WFG-Geschäftsführer Dr. Daniel Schultewolter. Neben den inhaltlichen Impulsen bot das Unternehmerfrühstück Raum für Austausch, Networking und persönliche Gespräche. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Zukunft der Nachhaltigkeit heute in den Unternehmen weitergedacht werden will und die Teilnehmenden wertvolle Impulse für ihre weitere Arbeit mitnehmen konnten.
