Donnerstag, 26. Januar 2026
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Gedenkfeier für die Opfer der Novemberpogrome

Leyla Mende, Schülerin der Felicitas-Schule, trug bei der Gedenkfeier zu den Novemberpogromen in Vreden einen Text vor und half beim Verlesen der Namen der jüdischen Opfer aus Vreden.
Leyla Mende, Schülerin der Felicitas-Schule, trug bei der Gedenkfeier zu den Novemberpogromen in Vreden einen Text vor und half beim Verlesen der Namen der jüdischen Opfer aus Vreden.

Am Sonntagabend, 9. November 2025, versammelten sich zahlreiche Vredenerinnen und Vredener an der Synagogengedenkstätte in der Twicklerstraße, um der Opfer der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken. Die Veranstaltung, zu der die Stadt Vreden eingeladen hatte, knüpfte an die langjährige lokale Erinnerungskultur an und stellte erneut die Bedeutung des historischen Bewusstseins für die heutige Gesellschaft heraus.

Pogromnacht Beginn systematischer Verfolgung und Entrechtung

Zum Auftakt der Gedenkfeier präsentierten Judith Terbrack und Eva-Maria König das Musikstück „The Rose“, das einen einfühlsamen Rahmen für die folgenden Beiträge setzte. Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp begrüßte die Teilnehmenden und erinnerte daran, dass die Pogromnacht den Beginn der systematischen Verfolgung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung markierte. Die damalige Vredener Synagoge wurde zerstört, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verwüstet.

Leyla Mende trägt Text von Anne Uhlmann vor

Die Schülerin der St. Felicitas-Schule Leyla Menda trug im Anschluss einen Text der Autorin und Holocaust-Überlebenden Anne Uhlmann vor, der die persönliche Dimension des historischen Geschehens greifbar machte. In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Dr. Tenostendarp, dass Erinnerung nicht nur rückwärtsgerichtet sei, sondern Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft bedeute. Mit Blick auf aktuelle weltweite Konflikte mahnte er, die Lehren der Geschichte wachzuhalten: „Die Achtung der Menschenwürde muss Leitlinie unseres Handelns bleiben. Stehen wir ein für Menschlichkeit, Miteinander und Frieden.“

Verlesen der Namen der jüdischen Opfer aus Vreden

Es folgte das traditionelle Namensgedenken, bei dem die Schülerin der St. Felicitas-Schule Leyla Menda und Michael Resing von der Stadt Vreden im Wechsel die Namen der jüdischen Opfer verlasen. Ein weiteres Musikstück leitete zur Kranzniederlegung durch den Bürgermeister über. Danach sprach Leyla Menda ein Fürbittgebet, in dem sie für Respekt, Toleranz und das friedliche Zusammenleben aller Menschen eintraten. In seinem Schlusswort dankte Bürgermeister Dr. Tenostendarp allen Mitwirkenden, insbesondere der engagierten Schülerin, für ihren Beitrag zur würdevollen Gestaltung des Abends.

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