Freitag, 24. Juli 2024
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In der „Rostlaube“ quer durch Europa

Zwei Teams aus Nienborg, Ochtrup und Epe nahmen am "Carbage Run" teil. Mit der "Rostlaube" ging es quer durch Europa.
Zwei Teams aus Nienborg, Ochtrup und Epe nahmen am „Carbage Run“ teil. Mit der „Rostlaube“ ging es quer durch Europa.

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Zu dieser Gruppe gehören nun auch die Nienborger Eric Große Voss, Lennart Helling und Johannes Woltering, Henrik Laurenz aus Ochtrup sowie Frederik Wilming und Lukas Flucht aus Epe. Die jungen Männer nahmen an dem ultimativen Roadtrip „Carbage Run“ teil, eine nicht alltägliche fünftätige Tour in einer „Rostlaube“ quer durch Europa.

Kreativität und Spaß am Autofahren im Mittelpunkt

Bei der Tour ging es nicht um Zeit oder Geschwindigkeit, sondern Kreativität, Spannung, Herausforderung, Abenteuer und Spaß am Autofahren standen im Mittelpunkt. Das länderübergreifende Event startete im Jahr 2009 in den Niederlanden. Mehrere hundert Teilnehmer absolvieren eine vorgegebene Route. In diesem Jahr erlebten 800 Teilnehmer mit 380 Autos schönste und außergewöhnlichste Seiten von Frankreich, Spanien und Portugal. Große Autobahnen und bekannte Orte wurden bei dem Trip bewusst gemieden.

Zeitwert der Autos darf 500 Euro nicht überschreiten

Die Vorfreude auf das Event begann für die Teilnehmer bereits einige Wochen zuvor. „Hauptsache auffallen“ lautet die Devise der Veranstalter. Das Auto sollte möglichst originell gestylt und geschmückt werden. Ziel ist es, die Blicke der Zuschauer an den Straßenrändern und in den Städten und Dörfern auf sich zu ziehen. Bei Europas größter und abgefahrenster Autorallye darf der Zeitwert des Autos 500 Euro nicht überschreiten und es muss mindestens 20 Jahre alt sein. Natürlich müssen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt sein.

Autos mit grenzenloser Kreativität verwandelt

Die Teilnehmer nutzten ihre verborgenen Talente und ihre grenzenlose Kreativität und verwandelten ihr Auto in ein außergewöhnliches Fahrzeug. Die Nienborger und der Ochtruper Henrik Laurenz absolvierten die Route mit einem 20 Jahre alten Ford Mondeo Kombi, der bereits 310.000 Kilometer auf dem Tacho stehen hatte. Die Eperaner waren mit einem Volvo V 70 aus dem Jahr 1997 dabei. Im Vorfeld bauten sie Dachgepäckträger, Werkzeugkoffer und Rundumleuchten auf das Autodach. Hinzu kamen LED-Scheinwerfer sowie eine LKW-Hupe. Für ein Ladegerät für das mitgeführte Handy und einen kleinen Kühlschrank für kühle Getränke platzierte man eine gesonderte Batterie mit einem Spannungswandler auf 230 Volt.

Nur zwei kleine Pannen

„Einige Firmen haben uns unterstützt und Kosten für Getränkespenden und Teile gespendet. Deren Firmenlogos haben wir an die Autos geklebt,“ dankte Johannes Woltering den Sponsoren. Hinzu kamen Aufkleber des Veranstalters. Die beiden Autos waren sehr zuverlässig. Die Eperaner hatten eine Reifenpanne, die nach einer Viertelstunde repariert war. Im Ford Mondeo machte die Abgasrückführung ein paar Probleme, die mit Bremsenreiniger fachmännisch gesäubert wurde. „Danach liefen die Autos wie ein Uhrwerk“, freuten sich die Fahrer, von ihren Fahrzeugen nicht im Stich gelassen worden zu sein.

3000 Kilometer an sieben Tagen

An sieben Tagen (inklusive An- und Abreise zum Start- und Zielort) peitschten die sechs Fahrer ihre Autos 3000 km über Belgien nach Frankreich durch die Pyrenäen mitten ins spanische Innenland und hoch zur portugiesischen Grenze. Von dort ging es zurück zum Zielort in Aguilar de Campoo in Spanien. Auf eigene Faust ging es für die beiden Teams 100 Kilometer nach Santander, im Norden der iberischen Halbinsel. Dort kühlten sich Abenteurer im Atlantischen Ozean. Nach Genuss der regionalen Küche am Atlantik verbrachten sie die letzte Nacht im Hotel. Zuvor nächtigten sie in Zelten.

Rückfahrt mit Stopp am Eiffelturm

Nach 20 Stunden Rückfahrt, mit einem Zwischenstopp am Pariser Eifelturm, kehrten sie mit vielen schönen Eindrücken wohlbehalten zu Hause zurück. „Das war eine gelungene und empfehlenswerte Reise. Man lernt viele neue Leute und neue Kulturen kennen. Wir haben die schönsten Straßen benutzt und atemberaubende Aussichten genossen“, schilderten die Abenteurer ihre Erfahrungen von einem sicherlich nicht alltäglichen Event. Frederik Wilming und Lukas Flucht nutzten das Event und sammelten Geld für den „Guten Zweck“ (DKMS).

Erneute Teilnahme nicht ausgeschlossen

Ob sie beim nächsten „Carbage Run – The Ultimate Roadtrip“ dabei sein werden, entscheiden die jungen Männer in den nächsten Wochen – nach den in diesem Jahr gemachten Erfahrungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß auf eine Wiederholung dieses Abenteuers.

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