
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Tageseltern-Vereins ging es in einer Fachveranstaltung, die gemeinsam mit dem aktuellen forum Volkshochschule organisiert wurde, um das Aufwachsen kleiner Kinder, die Betreuungsform der Kindertagespflege und um zukünftige Themen, die die konkrete Praxis der professionellen Kindertagesbetreuung angehen. Ca. 60 Interessierte sind dazu ins Otgerushaus nach Stadtlohn gekommen.
„Jedes Kinder braucht Resonanz“
Mit Dr. Claus Koch aus Heidelberg konnte ein profilierter Autor und Referent gewonnen werden, der zunächst einen entwicklungspsychologischen Impuls gegeben hat: „Jedes Kinder braucht Resonanz“. Hier wurde besonders deutlich, dass Kinder von Anfang an gesehen und gehört werden wollen. Jedes Kind braucht feinfühlige Eltern und Betreuungspersonen, die das Kind im Blick haben, seine Signale und Äußerungen interpretieren können und bei Ängsten beruhigen und den Eigenwillen des Kindes anregen können.
Podiumsdiskussion greift Ideen auf
Eine im Anschluss an den kurzen Vortrag organisierte Podiumsdiskussion hat einige Ideen aufgegriffen und weitere Themen besprochen. Dazu eingeladen waren Bettina Konrath, Vorsitzende des Landesverbandes der Kindertagespflege in NRW, Christel Wegmann, Vorsitzende des Jugendhilfe-Ausschusses im Kreis Borken und Sabine Räker, tätige Kindertagepflegeperson und Aktive im Tageseltern-Verein. Moderiert wurde die Runde, die durch etliche Fragen und Statements aus dem Publikum angereichert wurde, von Stefanie Horst vom aktuellen forum VHS.
Tätigkeit der Kindertagespflegeperson ist „Beziehungsberuf“
Es wurde deutlich, dass die Tätigkeit der Kindertagespflegeperson ein „Beziehungsberuf“ ist. Das heißt, die Kindertagespflegepersonen sind während der Betreuungszeit eine wichtige Bindungsperson für die Kinder. Die brauchen eine stabile Bindung, um gesund aufwachsen zu können. Aus der Betreuungslandschaft ist die Kindertagepflege nicht wegzudenken, so Bettina Konrath: „Ungefähr ein Drittel der Kinder unter drei Jahren wird in Kindertagespflege betreut.“ Die gesetzlichen Rahmenbedingungen setzen die Kindertagespflege mit der Kindertagesstätte gleich. Die Eltern haben das Wunsch- und Wahlrecht, wenn es um die Betreuung ihrer Kinder geht. Christel Wegmann betont, dass der Kreis Borken die Kindertagespflege unterstützt und z. B. Qualifizierungskosten übernimmt. Das sei längst nicht in allen Kreisen und Städten so. Auch bei sinkenden Kinderzahlen ist es wichtig, dass die Landschaft der Kindertagepflege bunt und vielfältig bleibt. So finden Eltern die passende Betreuungsperson für ihr Kind bzw. können sich je nach Konzept verschiedene Betreuungsplätze anschauen. Die Publikumsfragen und Anmerkungen machten deutlich, wie ernsthaft und reflektiert die Kindertagespflege mit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und auch deren Eltern umgeht.
Abschluss des Jubiläumsjahres
Im Anschluss an die Diskussion gratulierten Timo Plaß und Elisabeth Ahler vom Sozialdienst katholischer Frauen e. V. und Christel Wegmann als Vertreterin des Kreises Borken gemeinsam mit Sandra Garming, Koordinatorin Kindertagespflege vom Kreis Borken dem Tageseltern-Verein. Mit dieser Veranstaltung endet das Jubiläumsjahr des Tageseltern-Vereins. Wer sich für die Kindertagespflege interessiert, kann sich auf den Internetseiten des Kreises Borken, des SkF und des Tageseltern-Vereins informieren. https://tageseltern-verein.de/
