
Kürzlich fuhr der Niederländischkurs der Jahrgangsstufe 10 der Herta-Lebenstein.Realschule Stadtlohn mit dem Zug von Winterswijk nach Amsterdam. Bevor die Schüler sich auf die Spuren von Marga Minco begaben, gingen sie zunächst auf die Dachterrasse der öffentlichen Bücherei und konnten von dort aus den herrlichen Ausblick über Amsterdam genießen.
Vorbereitung im Unterricht mit Themenreihe zum Zweiten Weltkrieg
Im Unterricht wurde die Themenreihe „Der Zweite Weltkrieg“ behandelt, der Film „Walter Süskind“ geschaut und die Lektüre „Het bittere kruid“ von Marga Minco gelesen. Diese Novelle beschreibt aus der Sicht von Marga die Unterdrückung der niederländischen Juden während der Besatzungszeit und im Besonderen das Schicksal ihrer Familie. Aufgrund Margas Beschreibungen haben die Schüler unter anderen, die Synagoge, die Lepelstraat und andere wichtige Orte des Geschehens besucht. Und so konnten Margas Kriegserlebnisse für die Schüler noch „greifbarer“ gemacht werden. In der Hollandsche Schouwburg war an diesem Tag zufällig die Tochter von Leesha Rose. Leesha, die eigentlich Elisabeth Bos hieß, konnte damals über das Dach der Schouwburg fliehen und so ihrer Deportation entkommen. Diese Begegnung war ein sehr besonderes Erlebnis für die Schüler. https://collections.yadvashem.org/en/about/o3888
Nationaal Holocaust Namenmonument
Im Joods Kultureel Kwartier wurde im September 2021 das Nationaal Holocaust Namenmonument eröffnet. Hier befinden sich 102.000 Gedenksteine für die Menschen, die nie ein Grab bekommen haben. Es ist ein Ort, an dem hinterbliebene ihrer ermordeten Familie gedenken können. Ein Monument mit so vielen Namen ist gleichzeitig eine bleibende Warnung für die dramatischen Folgen die Antisemitismus und Diskriminierung haben können. Die Schüler suchten die Gedenksteine von Annelies (Anne) Frank, von der Familie Minco und von Familie Süskind.
600 jüdische Kinder vor der Deportation gerettet
Walter Süskind war in der Hollandse Schouwburg ein Mitglied des Joodschen Raads und so gelang es ihm, rund 600 jüdische Kinder vor der Deportation zu retten. Durch geschickte Täuschungsmanöver und durch die Zusammenarbeit mit Widerstandsgruppen und der Leitung des Kindergartens, in dem die jüdischen Kinder bis zu ihrer Deportation untergebracht waren, konnten sie viele von ihnen vor der Deportation retten.
Besondere Atmosphäre Amsterdams erlebt
Natürlich blieb am Ende auch noch Zeit, die besondere Atmosphäre Amsterdams zu erleben, bevor die Heimreise angetreten wurde. „Das war ein unvergesslicher Tag!“
