Montag, 24. Juli 2024
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Polizei warnt vor „Love Scamming“

Der Vermögensschaden bei der Betrugsmasche "Love Scamming" kann schnell in den sechsstelligen Bereich wachsen. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Der Vermögensschaden bei der Betrugsmasche „Love Scamming“ kann schnell in den sechsstelligen Bereich wachsen. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Die Täter nutzen das Internet, um Kontakt zu ihren potenziellen Opfern aufzunehmen. Sie erschleichen sich das Vertrauen der Betroffenen und gaukeln die große Liebe vor, um dann hohe Geldsummen zu ergaunern.

Frau aus dem Kreis Borken wurde Opfer

Eine Frau aus dem Kreisgebiet wurde durch „Love Scamming“ um einen fünfstelligen Eurobetrag gebracht. Der Betrüger gab vor, ein verwitweter Arzt zu sein, der derzeit im Ausland arbeite. Nachdem er eine emotionale Bindung zu der Frau aufgebaut hatte, bat er sie über Monate um eine Vielzahl von Überweisungen. Der Grund – er habe aus dem Ausland keinen Zugriff auf seine Konten und werde ihr das Geld zurückzahlen.

Polizei kennt die Betrugsmasche

Das Vorgehen des Täters in diesem Fall stellt für die Ermittler der Kriminalpolizei in Borken nichts Unbekanntes dar. Es handelt sich um eine längst weit verbreitete Betrugsmasche im Internet. Beim sogenannten „Love- oder Romance Scamming“ lernen die Betrüger ihre Opfer meist über Social-Media Plattformen im Internet kennen. Anschließend täuschen Täter Liebesgefühle vor, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Diese Zuneigung nutzen die Täter später aus, um Notsituationen vorzutäuschen, in denen sie um die Übersendung kleinerer Geldbeträge bitten. Erfolgt die erste Bezahlung, folgen weitere Notsituationen und damit verbunden auch neue Geldforderungen.

Vermögensschaden kann schnell wachsen

In der Hoffnung, irgendwann das Gegenüber zu treffen, überweisen die Geschädigten immer weiter Geld. Der Vermögensschaden kann schnell den sechsstelligen Bereich erreichen. Die Opfer schöpfen zu diesem Zeitpunkt leider oft nicht so schnell Verdacht. Denn die Täter haben sie bewusst in eine emotionale Abhängigkeit gebracht. Oft ziehen sich derartige Fälle über einen längeren Zeitraum. Wie die Täter im Detail vorgehen, wie sie sich erkennen lassen und was Betroffene tun sollten schildert die polizeiliche Internetseite https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/.

Wichtige Verhaltenstipps

Grundsätzlich gilt:

  • Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie noch nie persönlich getroffen haben!
  • Spricht der Chatpartner schon nach kürzester Zeit von der großen Liebe, einer gemeinsamen Zukunft oder gar Heiratsplänen, sollten Sie hellhörig werden.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten, Bankverbindungen oder private intime Fotos heraus! Diese könnten missbräuchlich verwendet werden.
  • Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Brechen Sie den Kontakt ab, sobald Ihnen etwas merkwürdig vorkommt und wenden Sie sich an die Polizei! Sichern Sie im Schadensfall Beweise wie Screenshots von Chats, Email-Kopien, erhaltene Fotos oder Bankbelege. All dies kann für die Ermittlungen wichtig sein.

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