Montag, 24. Juli 2024
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Spende für eine Waldparzelle in Stadtlohn

Jens und Denise Bussmann pflanzten mit ihrer Tochter unter Aufsicht des Revierförsters Lukas Effkemann (2. Reihe li.) den letzten Baum der Waldparzelle in Stadtlohn ein. Martin Hillenbrand, Vorsitzer der NFG (2. Reihe Mitte), und Edith Gülker, Geschäftsführerin der NFG (2. Reihe re.), präsentierten die Urkunde. Foto: Daniel Imkamp
Jens und Denise Bussmann pflanzten mit ihrer Tochter unter Aufsicht des Revierförsters Lukas Effkemann (2. Reihe li.) den letzten Baum der Waldparzelle in Stadtlohn ein. Martin Hillenbrand, Vorsitzer der NFG (2. Reihe Mitte), und Edith Gülker, Geschäftsführerin der NFG (2. Reihe re.), präsentierten die Urkunde. Foto: Daniel Imkamp

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW konnte vor Kurzem im Rahmen des „Wald-Klimafonds“ der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken e.V. (NFG) aufgrund einer Spende der Hermann Bussmann GmbH aus Vreden eine 2.000 Quadratmeter große Fläche in Stadtlohn aufforsten. Beschäftigte des Unternehmens legten dabei tatkräftig Hand an. Nun pflanzte NFG gemeinsam mit dem Revierförster Lukas Effkemann sowie Denise und Jens Bussmann sowie Daniel Imkamp (alle Firma Bussmann) den letzten Baum auf der Fläche ein. Für die NFG dankte Martin Hillenbrand als Vorsitzender den drei Repräsentanten und übergab ihnen eine Urkunde.

Unterstützung für kleine Waldparzellen

Infolge der Trockenheit, Sturm und Käferbefall hat der Wald im Kreis Borken in den vergangenen Jahren stark gelitten. Kleinere Waldparzellen werden dabei nun vermehrt sich selbst und damit einem natürlichen Nachwachsen überlassen. Ohne aktive Bepflanzung kann es aber sehr lange dauern, bis sich ein Bereich erholt und einen neuen Waldbestand bildet. Gründe dafür sind zum Beispiel trockene Böden, fehlende Samenbäume oder dichter Bewuchs mit Brombeeren oder Adlerfarn. Solche kleineren Waldparzellen, von denen es im Kreisgebiet zahlreiche gibt, nimmt das Projekt „Wir helfen dem Wald im Kreis Borken“ daher besonders in den Blick. Gemeinsam gehen es die NFG, der Landesbetrieb Wald und Holz, der Waldbauernverband NRW e.V. im Kreis Borken und die Borkener Kreisverwaltung gemeinsam an.

Allianz für Klimaschutz

Im Sinne der „Allianz für Klimaschutz“ soll es mit breiter öffentlicher Unterstützung finanziert werden. Dazu hat die Naturfördergesellschaft Ende vergangenen Jahres einen sogenannten „Wald-Klimafonds“ aufgelegt. Seitdem sind bereits mehr als 20.000 Euro Spenden zusammengekommen, sodass inzwischen mehr als 8.000 Bäume auf knapp 5 Hektar Fläche im Kreis Borken eingepflanzt werden konnten bzw. können.

Weitere Unternehmen sollen gewonnen werden

Weitere Unternehmen aus dem Westmünsterland, die ebenfalls bereit sind, bei der Wiederaufforstung des heimischen Waldes zu helfen und damit zum Klimaschutz aktiv beizutragen, sollen in den kommenden Wochen und Monaten gewonnen werden. Denn dem Wald kommt in puncto Klimaschutz eine zentrale Rolle zu. Durch Baumpflanzungen werden eine Verbesserung des Feuchtigkeitshaushaltes und eine größere CO2-Speicherung erreicht. „Das Projekt zielt also auf Natur- und Klimaschutz“, erläutert Edith Gülker von der Abteilung Klimaschutz und Klimafolgenanpassung des Kreises Borken.

Förderung greift oftmals für kleinere Waldflächen nicht

„Der Wald hatte es in den vergangenen Jahren nicht leicht: Wir hatten mehrere schwere Stürme, die Schäden verursacht haben, und auch durch Käferbefall – etwa den Borkenkäfer – sterben ganze Bestände ab“, sagt Markus Schulze Beikel, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW e.V. im Kreis Borken. „Wenn es sich um kleinere Flächen handelt, dann greift oftmals nicht die Förderung zur Wiederaufforstung oder aber die Waldbesitzer kommen einfach nicht zu einer umfassenden Wiederbepflanzung“, weist Lukas Effkemann, Revierförster des Landesbetriebs Wald und Holz auf die aktuelle Lage hin.

Zügige Wiederbewaldung mit Sponsorenhilfe

Auf kleineren Waldflächen, auf denen der vorherige Bestand – oftmals Fichten – abgestorben ist, soll mit Hilfe von Sponsoren eine zügige Wiederbewaldung initiiert werden. Ganz konkret werden bewaldete Flächen bis zu einem Hektar Größe in den Blick genommen. Der zuständige Revierförster wählt die in Frage kommende Fläche in Absprache mit dem Waldbesitzer aus und erstellt ein Bepflanzungskonzept. Gespendet und angepflanzt werden pro Waldfläche maximal 1.000 einheimische Laubbäume. Natürlich nachgewachsene Gehölze werden einbezogen. Auch noch vorhandene Altbäume bleiben erhalten. Es soll aber kein von Nadelholz geprägter Bestand entstehen. Vertreter der NFG machen sich dann vor Ort ein Bild und entscheidet dann über die Förderung. Die bepflanzte Fläche soll dauerhaft erhalten werden. Die beteiligten Projektpartner hoffen, abhängig von den zur Verfügung stehenden Mitteln, pro Jahr zehn Parzellen mit standortgerechten Gehölzen bestücken zu können. „Wir freuen uns über möglichst viele Unterstützer für unseren Wald und damit den Klimaschutz“, ruft NFG-Vorsitzender Martin Hillenbrand zum Spenden auf.

„Wir helfen dem Wald im Kreis Borken“

Weitere Informationen zum Projekt „Wir helfen dem Wald im Kreis Borken“ gibt es auf der Internetseite der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken e.V. unter www.nfg-borken.de.

Zum Hintergrund: „Allianz für Klimaschutz“

Der Kreis Borken hat sich ambitionierte Ziele im Klimaschutz gesteckt. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine aktive Beteiligung und Einbindung verschiedener Akteure notwendig. Dafür wurde die „Allianz für Klimaschutz“ gegründet. Im Rahmen dieser sollen Städte und Gemeinden, kleine und mittlere Unternehmen, die städtischen Eigenbetriebe sowie Institutionen, Vereine, Schulen sowie Bürgerinnen und Bürger für einen starken Umwelt- und Klimaschutz gewonnen und so das bereits vorhandene Engagement der Kommunen, Unternehmen und der Bürgerschaft durch die Klimaallianz sichtbar gemacht und öffentlichkeitswirksam dargestellt werden.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Kreises Borken unter www.kreis-borken.de/allianz-fuer-klimaschutz.

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