Aus der RegionWohnungsgipfel im Kreis Borken

Wohnungsgipfel im Kreis Borken

v.l.n.r.: Uwe Schramm (Vorstandsvorsitzender der WohnBau Westmünsterland eG), Christian Mangen (Bürgermeister Stadt Bocholt), Alexander Rychter (Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen), Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, Thomas Hammwöhner (Technischer Beigeordneter Stadt Ahaus), Dave Welling (Stadtbaurat Stadt Bocholt), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin Stadt Borken sowie Sprecherin der AG der Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken).
v.l.n.r.: Uwe Schramm (Vorstandsvorsitzender der WohnBau Westmünsterland eG), Christian Mangen (Bürgermeister Stadt Bocholt), Alexander Rychter (Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen), Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, Thomas Hammwöhner (Technischer Beigeordneter Stadt Ahaus), Dave Welling (Stadtbaurat Stadt Bocholt), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin Stadt Borken sowie Sprecherin der AG der Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken).

„Wie können wir gemeinsam den Wohnungsmarkt im Westmünsterland zukunftsfähig gestalten?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des 2. Wohnungsgipfels im Kreis Borken, der gestern im Bocholter „LernWerk“ stattfand. Eingeladen zu dieser Tagung hatten der Kreis Borken und seine 17 kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Drei Vorträge und eine Podiumsdiskussion sorgten für reichlich Input bei den über 180 Teilnehmenden, die selbst vor Ort im LernWerk oder digital zugeschaltet waren – allesamt hiesige Fachleute aus dem Bau- und Immobiliensektor und der Kreditwirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und des Kreises. Die Moderation der Veranstaltung hatte Alexander Rychter, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen, übernommen.

Ausreichend bezahlbarem Wohnraum von großer Bedeutung

Die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum sei auch im Westmünsterland von großer Bedeutung, unterstrich Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster bei seiner Begrüßung. „Wenngleich sich die Situation bei uns im Kreis von Ort zu Ort durchaus unterschiedlich darstellt, ist der heimische Wohnungsmarkt seit geraumer Zeit äußerst angespannt“, konstatierte er. Dies gelte sowohl mit Blick auf die Bildung von Wohneigentum als auch auf den Mietwohnungsmarkt.

Wichtige Rolle bei Städten und Gemeinden

Eine wichtige Rolle komme in diesem Themenfeld den Städten und Gemeinden zu, machte der Bocholter Bürgermeister Christian Mangen als Hausherr in seiner Begrüßung deutlich. So liege die Zuständigkeit für Flächennutzungen sowie für die Beschaffung und den Erhalt von Wohnraum vor allem bei den Kommunen. „Da die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die lokalen Gegebenheiten sehr komplex sind, wollen wir heute mit Experten unterschiedlichster Bereiche mögliche Handlungsansätze zur Schaffung von Wohnraum erörtern“, unterstrich Christian Mangen.

Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben angestrebt

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach machte bereits in ihrem Grußwort deutlich, dass durch die angestrebten Änderungen der Vorschriften von Seiten des Landes eine Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben angestrebt werde. Wie schon bei seiner ersten Auflage im Jahr 2023 – damals im Ahauser Kulturquadrat – begrüßte die Ministerin die Durchführung dieses regionalen Wohnungsgipfels im Kreis Borken ausdrücklich.

Vortrag über Ursachen der Wohnungsbaukrise

Über die aktuelle Stimmungslage im regionalen Wohnungsbauwesen referierte anschließend Uwe Schramm, Vorstandsvorsitzender der WohnBau Westmünsterland eG. Der Titel seines Vortrags lautete „Baustelle Wohnen: Von der Überholspur in die Vollbremsung. Ursachen der Wohnungsbaukrise und Wege zurück zu einer marktgerechten Wohnungsbauproduktion“. Nach seiner Einschätzung fehlen im Kreis Borken derzeit rein rechnerisch rund 10.000 Wohnungen. Neubau scheitere häufig nicht an mangelnder Nachfrage, sondern an fehlender Wirtschaftlichkeit. „Eine Ursache liegt sicherlich in der Entwicklung der Baupreise im Wohnungsbau. Außerdem sind die Zinsen für Wohnungsbaukredite in den letzten vier Jahren stark gestiegen.“ Ein möglicher Ausweg aus der Preisspirale könne die Absenkung von Standards sein, z.B. durch den Wegfall der Unterkellerung oder den Verzicht auf eine Tiefgarage. Uwe Schramm belegte diese Einsparpotenziale in seinem Vortrag durch konkrete Rechenbeispiele, wies aber auch auf damit verbundene Risiken für die langfristige Wohnqualität und Werthaltigkeit hin.

Aktuelle Entwicklungen im Wohnungsbau in den Kommunen

Die anschließende moderierte Talkrunde mit Uwe Schramm, Thomas Hammwöhner (Technischer Beigeordneter der Stadt Ahaus) und Dave Welling (Stadtbaurat der Stadt Bocholt) gewährte konkrete Einblicke in die aktuellen Entwicklungen im Wohnungsbau in den Kommunen.
Mit besonderem Interesse folgten die vor Ort Anwesenden und die digital zugeschalteten Teilnehmenden den nun folgenden Ausführungen von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, die in ihrem Vortrag unter anderem auf die Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben durch Änderungen der Landesbauordnung und weiterer Vorschriften einging.

Verstärkte Wohnbauförderung durch Bund und Land unabdingbar

Über die „Aktuelle Handhabe der Mittelbewilligung im öffentlich geförderten Wohnungsbau im Kreis Borken“ berichtete Benedikt Spieker, Technischer Vorstand der Kreisverwaltung Borken. Sein Fazit: Eine verstärkte Wohnbauförderung durch Bund und Land sei in Anbetracht der Größenordnung der Wirtschaftlichkeitslücke auch in Zukunft unabdingbar.

Für Familien leistbar und für Investoren wirtschaftlich interessant

Zum Ende der Veranstaltung machte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner kurzen Zusammenfassung deutlich, dass durch die Vorträge und die Diskussion ein wichtiges regionales Stimmungsbild für die Einordnung der aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt gegeben wurde. Das Bauen müsse vor allem für Familien leistbar und für Investoren wirtschaftlich interessant bleiben. Andernfalls gebe es auch kein bezahlbares Wohnen. Alle Akteure wüssten um die Stellschrauben und die Notwendigkeit, dass die baulichen Lösungen zur Region passen. So bedürfe es einer jeweils gezielten Bedarfsermittlung vor Ort sowie vermehrt Quartierentwicklung in den Kommunen. Die Ergebnisse des Wohnungsgipfels würden nun sicherlich wichtige Impulse für die vertiefte Diskussion der jeweils örtlichen Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet liefern. Nach dem Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, das neue Stadtquartier „7Höfe“ zu besichtigen.

Sven Asmuss
Sven Asmuss
Sven Asmuß, Redakteur, fest im Münsterland verwurzelt, mag den Kontakt zu anderen Menschen und deren spannende Geschichten. Familienmensch und Sportfan.
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