
Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Königskinder begleitet aktuell 76 Familien von ihren zwei Standorten im Münsterland, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener mit einer lebensverkürzenden Erkrankung lebt. In 50 dieser Familien sind regelmäßig 61 ehrenamtliche Familienbegleiterinnen und Familienbegleiter aktiv – meist einmal pro Woche für einige Stunden.
Kleine Schritte und viele gemeinsame Erlebnisse
Eine von ihnen ist Elena aus Reken. Seit Anfang 2024 engagiert sie sich für die Königskinder und begleitet seitdem eine Familie im Kreis Borken. Sie verbringt zwei bis drei Stunden mit dem achtjährigen Oskar. Sie spielen gemeinsam, schauen sich Bücher an, laufen mit dem Walker, machen Stehtraining und sind im Sommer draußen im Garten unterwegs. Die „Arbeit“ mit Oskar ist geprägt von kleinen Schritten und vielen gemeinsamen Momenten. „Wir lachen dabei viel, probieren Neues aus und genießen das gemeinsame Entdecken“, erzählt die Familienbegleiterin. „Beim Spielen sehe und höre ich seine Begeisterung. Es ist ein Geschenk, ihn lachen zu sehen. Wenn er sich freut, laut lacht und so seine Begeisterung zeigt, dann spürt man, wie wertvoll diese Momente sind.“ Elena führt fort: „Für mich sind die Verabredungen zum Spielen mit Oskar etwas ganz Besonderes, welche ich nicht missen möchte:“
Momente der Entlastung
Gleichzeitig ist der Alltag für die Familie herausfordernd. Vieles muss organisiert werden. Dabei braucht Oskar ständige Aufmerksamkeit – auch um sofort reagieren zu können, falls er krampft. Durch die ehrenamtliche Begleitung gibt es für die Eltern Momente der Entlastung.
Befähigungskurs mit 110 Stunden
Die Königskinder suchen nun weitere Ehrenamtliche. Katrin Beerwerth, pädagogische Leiterin der Einrichtung, berichtet, wie wichtig eine umfassende Vorbereitung ist: „Unser Befähigungskurs mit rund 110 Unterrichtsstunden gibt den zukünftigen Familienbegleitern Sicherheit und Raum zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.“ Neben fachlichen Inhalten steht auch die Reflexion eigener Erfahrungen im Mittelpunkt. Nach Abschluss des Kurses ist eine kontinuierliche Begleitung durch die hauptamtlichen Koordinatorinnen gewährleistet. Regelmäßige Treffen bieten zusätzlich Gelegenheit zum Austausch und zur Reflexion. „Ich kann natürlich verstehen, wenn man unsicher ist, ob dieses Ehrenamt nicht zu herausfordernd ist“, versichert Beerwerth, „doch die Kombination aus der guten Vorbereitung und anschließender engmaschiger Begleitung gibt Sicherheit. Und eigentlich geht es in unserer Arbeit auch ganz viel um Lebensbegleitung über viele Jahre.“
Weitere Ehrenamtliche gesucht
Der nächste Befähigungskurs beginnt nach den Sommerferien und erstreckt sich bis in den Februar. Zusätzlich ist ein 40-stündiges Praktikum integriert, das unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt werden kann. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit freuen sich die Königskinder über engagierte Unterstützung bei Infoständen und Spendenübergaben.
