Samstag, 26. Februar 2026
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MdB Mareike Hermeier zu Gast im BZA

Die Linke-Bundestagsabgeordnete Mareike Hermeier hat kürzlich das Brennelementezwischenlager der bundeseigenen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH in Ahaus besucht. Sie wurde dabei begleitet von Hubertus Zdebel, dem atompolitischen Sprecher der Linken in NRW.

MdB Mareike Hermeier (r.) besuchte das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Foto: Büro Mareike Hermeier
MdB Mareike Hermeier (r.) besuchte das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Foto: Büro Mareike Hermeier

Fragen der Sicherheir im Mittelpunkt

Dazu erklärt die Ahauser Abgeordnete Mareike Hermeier in einer Pressemitteilung: „Bei dem Gespräch mit Dr. David Knollmann von der BGZ und dem anschließenden Gang durch das Zwischenlager standen Fragen der Sicherheit und der zukünftigen Perspektive des Lagers im Mittelpunkt.

Im Anschluss tauschte sich die Abgeordnete im Wahlkreisbüro Ahaus mit der Bürgerinitiative Ahaus, deren Mitglied sie ist, über die gewonnenen Erkenntnisse aus. Das Lager in Ahaus gehört zu den ältesten Zwischenlagern in Deutschland. Die renommierte Sicherheitsexpertin für Atomanlagen, Dipl.-Phys. Oda Becker ist Anfang 2025 in einer Studie zum Ergebnis gekommen, dass ein Terroranschlag mit Drohnen auf das Ahauser Zwischenlager zum Beispiel Evakuierungsmaßnahmen bis in das Ahauser Stadtgebiet nötig machen könnte. Es leuchte auch nicht ein, dass für das Zwischenlager in Lubmin aufgrund der geänderten Sicherheitsanforderungen ein neues Zwischenlager mit 1,8m dicken Stahlbeton-Decken als erforderlich angesehen wird, aber das Zwischenlager in Ahaus bei einer größeren Anzahl an Castoren und radioaktivem Inventar mit der dünnen Decke von ca. 20cm die gleiche Sicherheit bieten kann.

Auch in Ahaus wurden bauliche Veränderungen vorgenommen. Für 40 Mio. Euro (!) wurde dort eine Mauer um die Mauer gezogen, um „Sicherheitsanpassungen“ vorzunehmen. Es zwingt sich mir daher wieder die Frage auf, warum in Jülich keine baulichen Veränderungen für den Verbleib des hochradioaktiven Mülls vorgenommen werden können. Ein Neubau eines Zwischenlagers wäre teurer als den Müll quer durch NRW zu fahren. Jedoch bin ich der Meinung, dass Menschenleben nicht in Kosten aufgewogen werden können. Es MUSS jede Möglichkeit eines Verbleibes in Jülich geprüft werden, um eben in der unberechenbaren Weltsicherheitslage derzeit den Menschen in diesem Land höchste Sicherheit zu gewährleisten. Jeder Transport durch das bevölkerungsreichste Bundesland ist völlig verantwortungslos. Das Lager in Ahaus kann noch so gute Arbeit machen und sicher lagern – DIE TRANSPORTE SIND LEBENSGEFÄHRLICH! Das ist Fahrlässigkeit, solange nicht jede Möglichkeit des Verbleibes in  Jülich geprüft wurde.“

Mahnende Worte angesichts drohender Castor-Transporte

Hubertus Zdebel mahnte in der Pressemitteilung vor dem Hintergrund der drohenden Atomtransporte nach Ahaus:

„Die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus läuft schon im Jahr 2036 aus. Vor diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass aktuell Castortransporte von Jülich nach Ahaus  quer durch NRW durchgeführt werden sollen. Die Realität ist: Es gibt Unklarheiten über den Zustand des strahlenden Inventars im Inneren der Castoren, die in Ahaus lagern, über die Wirkung des Klimawandels auf die Gebäudesubstanz aber insbesondere auch Bedrohungslagen durch neue gesellschaftliche Herausforderungen wie die Abwehr terroristischer Gefahren oder Schutz der Zwischenlager gegen kriegerische und militärische Auseinandersetzungen. Lagergebäude und Atommüllbehälter sind dagegen aktuell unzureichend geschützt. Die Bundesregierung und das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) dürfen davor die Augen nicht mehr verschließen und müssen das Regelwerk für die Genehmigung und Sicherheitsüberprüfung von Zwischenlagern auf der Basis des aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik aktualisieren, zum Schutz der Bevölkerung. Wir Linken fordern wie die Anti-AtomkraftInitiativen schon seit längerem von der BGZ die Vorlage eines Konzepts zur sicheren Langzeit-Zwischenlagerung der hoch radioaktiven Abfälle.“

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