Donnerstag, 24. Juli 2024
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„Teihn-Ührken“: Wenn der Vormittag zu lang wird

Das "Teihn-Ührken" war früher besonders bei der Arbeit auf dem Feld beliebt, wie hier 1926 bei der Kartoffelernte in Schmallenberg. Foto: LWL-Medienzentrum/Nachlass Dempewolff
Das „Teihn-Ührken“ war früher besonders bei der Arbeit auf dem Feld beliebt, wie hier 1926 bei der Kartoffelernte in Schmallenberg. Foto: LWL-Medienzentrum/Nachlass Dempewolff

Frühaufsteher kennen das gut: Wenn das Frühstück seinen Namen Ehre macht und sehr früh auf dem Tisch steht, kann die Zeit bis zum Mittagessen sehr lang werden. Dann hilft nur noch eins: das „Teihn-Ührken“. Woher das Wort des Monats Januar kommt, wissen die Sprachwissenschaft­lerinnen und Sprachwissenschaft­ler des Land­schaftsver­bandes Westfalen-Lippe (LWL).

Bei harter Arbeit war ein zweites Frühstück angebracht

Mit nur einem Frühstück kamen auch früher die wenigsten aus. Erst recht wenn sie schon früh am Morgen auf dem Feld arbeiten mussten, war ein zweites Frühstück angebracht. Diese Mahlzeit heißt im Westteil Westfalens auf Platt „Teihn-Ührken“. Das ist also – wörtlich übersetzt – das „Zehn-Ührchen“. Andere Bezeichnungen für diese Mahlzeit sind „Teihn-Uhr-Bueter“, „Teihn-Uhr-Iäten“ oder „Teihn-Uhr-Koffie“.

Besondere Wertschätzung durch Verkleinerungsform

„Am verbreitetsten ist aber die Bezeichnung ‚Teihn-Ührken‘, bei der die Verkleinerungsform die besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt“, erklärt Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. Zum „Teihn-Ührken“ gab es meist belegte Brote und Kaffee. „Wenn der Hunger besonders groß war, wurde das ‚Teihn-Ührken‘ hier und da durchaus auch schon um 9 Uhr gereicht“, so Denkler.

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